Eine Geschäftsidee bewerten - mit einer Anleitung zur Erstellung eines Businessplans

Anleitung
Geschäftsidee bewerten

Da du jetzt eine Geschäftsidee gefunden ( weil du diese Blogserie natürlich verfolgst und deren zweiten Teil schon gelesen hast 😉 ) und sie mit ein paar wichtigen Fragen grob analysiert und eventuell angepasst hast, wird es ein bisschen ernster zwischen dir und deinem Traum von Selbstständigkeit. Doch bevor du eine endgültige Entscheidung triffst und alles investierst, solltest du deine Idee noch einmal überprüfen, im Optimalfall mit einem Businessplan.

Dieser Blogartikel soll dir diesen Schritt der genaueren Analyse näherbringen und dir als eine Hilfestellung oder als eine Anleitung dazu dienen, dein Vorhaben aber auch dich selbst noch näher unter die Lupe zu nehmen. Viel Spaß beim Lesen!

"Ist meine Geschäftsidee erfolgreich anwendbar und für mich überhaupt geeignet?"

Wenn du auf diese Frage gestoßen bist, bevor du deine Idee angefangen hast umzusetzen, dann kannst du dich glücklich schätzen. Denn einige vergessen in der Aufregung vor der Vorstellung mit ihrem Business erfolgreich zu sein, genau diesen Punkt, der aber eine fundamentale Problematik ist, die es näher zu beleuchten gilt.

Bei dieser Analyse gibt es zwei Taktgeber: Du und deine Geschäftsidee. Ihr beide besitzt jeweils nur bestimmte Eigenschaften und erfüllt nur bestimmte Bedingungen und diese müssen miteinander harmonieren, damit auch eure Beziehung aufblüht. Du musst u. a. kompetent genug sein, um dein Business zu managen und auch dein Business muss dir z. B. Erfüllung bieten, damit du immer wieder Energie schöpfen kannst. In diesem Zusammenhang stell ich mir mein Unternehmen gerne als ein Individuum vor, mit dem ich jeden Tag interagiere und das gewisse Bedürfnisse hat, die erfüllt sein müssen. Dabei halte ich vor Augen, dass ich stets der dominantere Taktgeber sein sollte, d. h. dass mein Unternehmen möglichst berechenbar und unter meiner Kontrolle stehen muss.

Um diese Analyse durchzuführen, können wir zuerst bei uns ansetzen und schauen, welche Qualitäten wir mitbringen und welche Erwartungen wir von unserer Geschäftsidee haben.

1. Faktor: Der Gründer

Es sollte den meisten klar sein, dass, wenn man ohne Leidenschaft an eine Sache rangeht, diese Sache meist keine Zukunft hat oder nur unter großer Anstrengung und Opfergabe zu erfüllen ist. Wenn die Persönlichkeit nicht passt, hat es meist zur Folge, dass man auch keine große Leidenschaft bilden kann. Hierbei kann man entweder die Idee verwerfen, die man sich überlegt hat oder die Persönlichkeit anpassen. Man sollte jedoch beachten, dass das Ändern der Persönlichkeit meist über einen längeren Zeitraum geht und man ggf. große Hürden überwinden muss. Neben der Persönlichkeit gibt es aber auch fachliche Qualifikationen, die man als Gründer ggf. mitbringen muss.

Persönliche Qualitäten

Ein Webentwickler z. B. sollte stets bereit sein, Neues zu lernen und seinen Horizont zu erweitern, weil sein Job es voraussetzt. Wir leben in einer sich ständig wandelnden Umgebung und das gilt vor allem in den technischen Wirtschaftsbranchen. Ein Pflegehelfer sollte u. a. dafür bereit sein, psychisch anspruchsvolle Arbeit zu leisten sowie ein Metallhelfer durchaus bereit sein muss, körperlich aktiv zu werden.

Erforsche deine Stärken und mach dir eine Liste mit all den guten Eigenschaften, die du mitbringst oder bereit bist zu erlernen. Eigenschaften, die wichtig für die Selbstständigkeit sind, können sein wie: organisatorische Fähigkeiten, Lernbereitschaft, Disziplin, Einsatzfreude, Autonomie, Flexibilität, Durchsetzungsvermögen oder Fortschritt im Ziel zu haben.

Nicht zuletzt ist es auch wichtig, dass deine Bedürfnisse erfüllt werden. Also stell dir selbst Fragen, um dir klar zu werden, mit welcher Erwartungshaltung du an die Sache rangehst. Aus welchen Wünschen leiten sich diese Erwartungshaltungen ab? Versuche deine Erwartungen so realistisch wie möglich zu halten, denn so riskierst du es nicht, am Ende durch die große Enttäuschung in einer Negativspirale zu landen.

Fachliche Qualifikationen

Das Recht zur Gründung eines Unternehmens hat man normalerweise auch ohne gewisse Prüfungen. Das sieht in einigen Bereichen aber anders aus, sobald fachliche Kenntnisse wie der Meisterbrief zur Gründung verlangt werden. Diese Berufe sind an die Bedingung geknüpft, dass man zumindest unterrichtet wurde und ein Zeugnis dessen vorweisen kann.

Es ist hierbei wichtig zu wissen, welche Fach- und Branchenkompetenzen für den Beruf, den du gerne ausüben möchtest, verlangt werden. Ggf. besitzt du schon einige Kenntnisse und kannst sie einbringen. Falls nicht, gibt es viele Möglichkeiten, sich diese anzueignen. Auch die Agentur für Arbeit fördert gewisse Menschen, die bereit sind, einen neuen Weg einzuschlagen.

Daneben spielt auch die Berufserfahrung eine wichtige Rolle, die man im besten Fall mitbringen sollte, um das Unternehmen erfolgreich zu führen. Die Expertise, die man sich während seines Angestelltenverhältnisses aufbaut, ist kostbar und kann entscheidend für die Zukunft des zu gründenden Unternehmens sein. Denn man lernt in dieser Zeit den Markt kennen, sieht wie ein Geschäftsführer seine Mitarbeiter verwaltet und prägt sich gewisse Abläufe im Betrieb ein. Man sammelt während dieser Zeit auch gewisse kaufmännische Erfahrungen, wie z. B. den Umgang mit Klienten oder Buchführung, die vor allem am Anfang eines Unternehmens ausschlaggebend sind, da diese speziellen Betriebsabläufe oft von dem Gründer abhängen. Zu diesem Thema gibt es aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten.

Fachliche Qualifikation bedeutet aber nicht nur ein Zeugnis zu besitzen. Laut existenzgruender.de ergab eine Untersuchung der KfW, dass Faktoren wie Finanzierungsmängel, Informationsdefizite, Qualifikationsmängel, Planungsmängel, Familienprobleme, Überschätzung der Betriebsleistung oder Information und Beratung in direktem oder indirektem Zusammenhang mit dem Gründer eines Unternehmens und dessen Scheitern zusammenhängen. Diese Faktoren sind u. U. nicht immer mit einem Zeugnis nachzuweisen, sind aber offensichtlich auch ausschlaggebend.

2. Faktor: Das Geschäft

Neben dir als Gründer gibt es dann noch das Geschäft, das du gründen möchtest, als Einflussfaktor auf den zukünftigen Erfolg. Die Möglichkeit, die Geschäftsidee vorher prüfen und ggf. ändern zu können, stellt einen großen Vorteil dar, den man auf jeden Fall ausgiebig nutzen sollte. Denn eine Idee ist schneller verworfen als ein Persönlichkeitsmerkmal, das man sich im Laufe seines Lebens aufgebaut hat. Achte also darauf, dass deine Idee eher zu dir passen sollte als du zu der Idee. Darüber hinaus gibt es auch einige Qualitäten, die eine Geschäftsidee mitbringen sollte, auf die wir im Folgenden näher eingehen werden.

Du und das Geschäft

Nachdem du deine Erwartungshaltung gegenüber deinem zukünftigen Unternehmen geklärt hast, kannst du bei deiner Geschäftsidee nach genau den Merkmalen suchen, die deine Erwartungen erfüllen können. Diese können Aspekte sein wie: Rentabilität, wie gut du dich mit diesem Geschäft identifizieren kannst, Marktpotenzial, Einzigartigkeit, wie viel deiner Zeit es in Anspruch nehmen würde oder allein das gute Gefühl, das du hast, wenn du es dir vorstellst, dieses Unternehmen zu leiten. Da die zu untersuchenden Aspekte durch deine individuelle Erwartungshaltung auch ganz unterschiedlich sein können, musst du die Punkte selbst verbinden und schauen, wo es ins Stocken kommt.

Der wichtigste Punkt bei der Gründung meines Unternehmens war für mich, dass es mich erfüllt. Auch wenn ich immer versucht hatte, es positiv zu sehen, habe ich mich meistens gezwungen gefühlt, zu arbeiten. Ich dachte, das Problem liegt an dieser Einstellung, aber habe mit der Zeit gemerkt, dass dies heutzutage ein Fakt ist in einer Gesellschaft, in der man alles daran setzt, um Fortschritt so schnell und so viel wie möglich zu erzielen. Nachdem ich die Webentwicklung entdeckt und darauf mehr aufmerksam wurde, hatte ich eine fast zu schwer zu bändigende Motivations- und Energiequelle für mich gefunden. Mein Erwachen jeden Morgen lief friedlicher ab und ich war leistungsfähiger. Damit will ich dir sagen, dass du, wenn du selbstständig erfolgreich sein möchtest, eventuell lieber deiner Leidenschaft nachgehen und falls diese dir nicht bekannt ist, du dich am liebsten jetzt sofort danach auf die Suche machen solltest.

Merkmale einer guten Idee

Unabhängig von der Beziehung zwischen dir und deinem Geschäft gibt es auch einige Qualitätsmerkmale, die zeigen, dass eine Geschäftsidee für den Erfolg am Markt geeignet ist.

Ein nennenswerter Punkt hierbei ist der Problemlösungsansatz einer Idee. Die Grundidee dabei ist, dass man ein Problem, das ein Kunde hat, zu einem Preis löst, der diesem Kunden angemessen scheint. Vereinfacht oder verbessert mein angebotenes Produkt oder meine angebotene Dienstleistung das Leben der Menschen? Das bedeutet auch, dass dein Produkt einen Preis besitzen sollte, den der Kunde zu zahlen bereit ist. Ein angemessener Preis ist für mich ein eher schwammiger Begriff, aber er bedeutet nichts weiter als, dass der Kunde genug Nutzen in deinem Produkt sieht, um den von dir bezifferten Preis zu bezahlen. Dabei kannst du auch gerne die Preise deiner Konkurrenten zu ggf. einer deinem Produkt ähnlichen Ware analysieren und einen angemessenen Preis finden. Wenn viele ein Produkt kaufen, kannst du davon ausgehen, dass der Preis für den Käufer angemessen ist.

Deine Konkurrenten kannst du auch gerne noch näher unter die Lupe nehmen, um zu schauen, ob du eventuelle Verbesserungen und Veränderungen im Vergleich zu den von ihnen angebotenen Produkten oder Dienstleistungen vornehmen kannst. Dabei kannst du eine Funktion hinzufügen, deine Ware billiger anbieten oder sie an spezielle Altersgruppen oder deine Zielgruppe anpassen.

Deine Idee sollte außerdem einfach zu verstehen sein. Wenn du dein Konzept selbst gut durchdacht und für die eventuellen Probleme bereits Lösungen gefunden hast, wirst du es auch in einer einfacheren Sprache erklären können.

Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht verstanden.

Albert Einstein

Die Grundidee hierbei ist, die Neugierde des Kunden zu wecken, sie in Aufmerksamkeit umzuwandeln und zu halten, bis der Kunde seine Entscheidung trifft. Das kannst du natürlich auch mit einer schwierigeren Kommunikation erreichen, ist aber wesentlich aufwendiger.

Beachte, dass dein Produkt mindestens ein Bedürfnis deiner Kunden erfüllen sollte, wenn du damit erfolgreich sein möchtest. Menschen haben verschiedene Bedürfnisse, wie z. B. das Bedürfnis nach Sicherheit, Gerechtigkeit, Autonomie und Status und soziale Bindung, um einige davon zu nennen.

Der Begriff wirtschaftliches Potenzial definiert durch Eingabe bestimmter Variablen, welche wirtschaftlichen Erwartungen du an deinem angebotenen Produkt hegen kannst. Nummern lügen meistens nicht.

Anleitung zur Erstellung eines Businessplans

Die beste Methode, rauszufinden, ob dein Geschäft etwas taugt, ist u. a. alle Informationen niederzuschreiben und einen wirtschaftlichen Entwurf deiner Geschäftsidee zu erstellen. Und das geht am einfachsten mit einem Businessplan. Außerdem kann er wichtig bei der Überzeugung bestimmter Kreditgeber und Vergabe von Förderungen sein. Ab hier werde ich dir Schritt für Schritt erklären, wie man einen Businessplan selbst erstellt. Dabei werden wir auf den Inhalt und die Struktur eines Businessplans eingehen. So schwer, wie es sich anhört, ist die Erstellung eines Businessplans gar nicht. Schließlich gibt es heutzutage das Internet. 🙂 Man sollte jedoch bereit sein, etwas zu überlegen und Zeit zu investieren.

Schritt 1: Das Warm-Up

So wie Sportler:innen sich vor jeder Trainingseinheit aufwärmen, braucht es bei der Erstellung des Businessplans auch einen Vorlauf, um Informationen zu sammeln, die man im Laufe des Prozesses brauchen wird. Stell dir dabei einige grundlegende Fragen wie:

  • Welche Produkte oder Dienstleistungen werden angeboten? Welche Ressourcen werden benötigt?
  • Welches Alleinstellungsmerkmal besitzt deine Geschäftsidee? Was hebt dich von deinen Konkurrenten ab?
  • Wer ist deine Zielgruppe? Wie sehen die Altersverteilung, die wirtschaftliche Kraft und die Interessen deiner Zielgruppe aus?
  • Wie läuft der Verkauf ab? Welche Preise möchtest du für deine Produkte verlangen? Welche Vertriebs- und Marketingstrategien werden genutzt? Ist Werbung nötig?
  • Wie ist das Unternehmen strukturiert? Für welche Rechtsform entscheidest du dich? Welche Abteilungen gibt es? Wer kümmert sich um die Buchhaltung und ggf. Projektmanagement?

Notiere dir deine Antworten zu diesen Fragen auf einem Blatt Papier und achte darauf möglichst realistisch zu sein.

Schritt 2: Das Potenzial erkennen

Für Kreditgeber oder Förderer ist das wirtschaftliche Erfolgspotenzial deiner Geschäftsidee manchmal entscheidend. Denn es ist die Voraussage über die Zukunft deines Vorhabens. Auch dir kann sie hilfreich sein und deine Erwartungshaltung stärken oder korrigieren. Stell dir zur Analyse folgende Fragen:

  • Wie hoch ist die Angebotskapazität? Also wo sind die Grenzen zu deiner Verkaufskraft?
  • Wie hoch sind die Produktionskosten?
  • Welche weiteren Kosten kommen auf dich zu, die z. B. für die Gründung notwendig sind?
  • Welche Arbeitsmittel und betrieblich nutzbaren Sachwerte gibt es schon? Wie hoch ist das Eigenkapital? Und ist weiteres Geld nötig, das eventuell durch einen Investor besorgt werden muss?
  • Wie hoch muss der Gewinn sein, damit du deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst?

Wenn du diese Fragen auch erfolgreich und möglichst realistisch beantwortet und dir die Antworten notiert hast, kann es jetzt an den eigentlichen Teil der Arbeit gehen.

Schritt 3: Das Endgame

Nachdem du die ganzen benötigten Informationen gesammelt hast, kommt jetzt die eigentliche Arbeit. Aber keine Sorge: ich werde dir genug Hilfestellung geben, damit du diese Aufgabe meisterst.

Beim Schreiben deines Businessplans solltest du einen professionellen Schreibstil verwenden, aber deine Argumente eindeutig und klar formulieren. Du darfst gerne deinen Enthusiasmus zeigen, solltest aber im Hinterkopf behalten, dass du deine Investoren nicht mit Emotionen sondern mit Fakten überzeugen kannst. Wenn du vor hast, mit diesem Businessplan Kredite oder Förderungen zu beantragen, halte diese Tatsache vor Augen.

Nachfolgend findest du einen Aufbau eines Businessplans mit einer Inhalts- und Umfangsangabe, die aber u. a. von dem Geschäftsmodell abhängt und variieren kann.

  1. Deckblatt - Titel, Bild, Logo (1 Seite)
  2. Inhaltsverzeichnis - Übersicht von der Gliederung der Kapitel (1 Seite)
  3. Executive Summary - Kurze Zusammenfassung des Businessplans: Deine Geschäftsidee, dein Profil als Gründer, Markt und Wettbewerb, Vertrieb und Marketing, Kapitalbedarf und eine Umsatz- und Gewinnprognose (2 Seiten)
  4. Eine Vorstellung der Gründer: innen - Motivation, Erfahrung und Qualifikationen (1-2 Seiten)
  5. Zielgruppe - Definition deiner Zielgruppe, welches Problem deiner Zielgruppe möchtest du lösen? (2-4 Seiten)
  6. Geschäftsidee - Welche Produkte oder Dienstleistungen möchtest du anbieten, welchen Nutzen haben sie für deine Kunden? (2-3 Seiten)
  7. Markt und Wettbewerb - führe hier eine Marktanalyse durch (3-5 Seiten)
  8. Unternehmensstrategie - Definition der Unternehmensziele und der Positionierung am Markt, ggf. Alleinstellungsmerkmale (2-4 Seiten)
  9. Marketing - Vertriebsabläufe, Preismanagement, Vorgehensweise bei Werbung, Kosten für einen Neukunden (4-6 Seiten)
  10. Informationen zum Unternehmen - Rechtsform, Standort, Name, Mitarbeiter und Schutzrechte (2-4 Seiten)
  11. Finanzplan - Kapitalbedarfsplan, Lebenshaltungskosten, Umsatz- und Rentabilitätsplan, Liquiditätsplan, Investitionsplan, Gründungs- und Betriebskosten (3-6 Seiten)
  12. SWOT-Analyse - Chancen und Risiken, Stärken und Schwächen definieren, wichtigste Maßnahmen nennen (2-4 Seiten)
  13. Meilensteine - Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Start des Unternehmens (1-2 Seiten)
  14. Anhang - ggf. Lebensläufe, Finanzplantabellen oder weitere Einzelheiten zu gewissen Analysen

Insgesamt kommt man mit diesem Aufbau also auf eine Summe von 25 bis 43 Seiten und ist damit gut aufgestellt.

Außerdem findest du hier eine Vorlage für einen Businessplan und kannst den von mir genannten Aufbau ggf. ergänzen und zu deinem Geschäftsmodell anpassen.

Schritt 3.1: Bonus

Jetzt weißt du ungefähr, wo du bei der Erstellung eines Businessplans ansetzen und ihn fertigstellen kannst, aber das ist nur die halbe Miete. Denn einige von euch werden den Businessplan erstellen, um ihn bei potenziellen Kapitalgebern zu präsentieren und darum soll es in diesem Bonus-Abschnitt gehen. Ich werde dir zeigen, worauf du bei der Präsentation des Businessplans zu achten hast und worauf deine Zuhörer ein Auge haben werden.

Banken, Investoren, Förderer (nennen wir sie einfachheitshalber Kapitalgeber): sie alle haben eines im Sinne und das ist die Vermehrung ihres Kapitals; in diesem Falle die Vermehrung ihrer Investition in dein Unternehmen. Bevor sie jedoch diese Investition wagen, muss der potenzielle Nutzen deines Unternehmens für sie passen. Die Kapitalgeber wollen das Risiko klein halten und den potenziellen Gewinn groß, denn so ungefähr funktioniert es überall, auch bei dir. Dabei bekommen sie täglich neue Anfragen und müssen die Spreu vom Weizen trennen.

Du bist nicht der erste, der Kapitalgeber nach finanzieller Unterstützung fragen wird. Und das hat den Vorteil, dass du auf die Erfahrung deiner Vorgänger setzen und dich besser vorbereiten kannst. Nachfolgend findest du die wesentlichen Punkte, die du beachten solltest, um deine Kapitalgeber zu überzeugen:

  • Executive Summary:

Hierbei liegt der Fokus deiner potenziellen Kapitalgeber. Sie ist der wichtigste Teil deines Businessplans und sollte zum Schluss geschrieben werden, weil sie eine grobe Zusammenfassung deines Businessplans darstellt. Du kannst bei der Fertigung der Executive Summary gerne einen Berater hinzuziehen, um auf der sicheren Seite zu sein. Die Kosten für den Berater werden normalerweise gefördert.

  • Kundennutzen:

Stelle dir selbst die Frage "Wieso sollte jemand mein Produkt erwerben?" und versuche sie zu beantworten. Stell klar, welche Bedürfnisse deiner potenziellen Kunden durch dein Produkt erfüllt werden und wodurch die Kaufentscheidung derer beeinflusst wird. Die Entwicklung einer Nachfrage geht zuerst über ein Bedürfnis, das ein potenzieller Kunde hat, und das sich durch die Kaufkraft des Kunden in Bedarf und durch die Angebote am Markt schließlich in Nachfrage umwandelt. Welches Bedürfnis erfüllst du mit deinem Produkt? Hat deine Zielgruppe genügend Kapital? Und wird dein Produkt der Nachfrage gerecht?

  • Unternehmensstrategie:

Eine Unternehmensstrategie ist ein zukunftsorientiertes Konzept über die Bewältigung deiner Ziele und die Sicherstellung eines wirtschaftlich positiven Ergebnisses. Hierbei legst du fest, welche Zwischenziele du zu welchem Zeitpunkt und auch auf welche Weise erreicht haben möchtest. Um eine erfolgreiche Strategie zu entwickeln, ist es wichtig vorher eine gute Marktanalyse durchzuführen. Es gibt 3 Wege, die du bei der Strategiefertigung einschlagen kannst: Kostenführerschafts-, Differenzierungs- und Nischenstrategie. Die Entscheidung, welchen Weg du gehst, hängt u. a. auch von der Marketingstrategie ab.

  • Zielgruppenorientierung:

Definiere deine Zielgruppe und analysiere sie anhand ihrer persönlichen Daten wie Alter oder Geschlecht, aber auch Schwerpunkte wie Bedürfnisse und Wünsche. Wenn deine Zielgruppe deinen Unternehmenszielen entspricht, kannst du ggf. deine Unternehmensstrategie an deine Zielgruppe anpassen. Beachte, dass nur weil du von deiner Idee überzeugt und begeistert ist, es nicht heißt, dass dies auch auf deine Zielgruppe zutrifft. Warum sollte die Zielgruppe begeistert sein?

  • Marktpotenzial:

Bedeutet nichts weiter als das theoretisch maximal mögliche Umsatzvolumen deines Unternehmens. Bevor du diesen Punkt klarstellst, solltest du eine Marktanalyse durchgeführt haben. Den Kapitalgebern geht es darum, dass das Unternehmen sich mittelfristig in einem wachsenden Markt befindet.

  • Innovationsgrad:

Dies hängt u. a. auch mit der Unternehmensstrategie zusammen und beschreibt das Alleinstellungsmerkmal deines Unternehmens, durch das deine Konkurrenten erschwerte Bedingungen haben, sich an dem Markt zu beteiligen. Deine Kapitalgeber erfreut das. 🙂

  • Planungssicherheit:

Der Businessplan erfüllt den Zweck der Planung und die Planungssicherheit ist ein Begriff, der den gesamten Umfang des Businessplans beschreibt. Du solltest bei der Erstellung deines Businessplans darauf achten, möglichst mit Fakten und realistischen Prognosen zu überzeugen, damit deine Kapitalgeber diesen Glauben schenken können.

  • Deine Fähigkeiten als Geschäftsführer:

Da du der Dreh- und Angelpunkt deines Unternehmens bist, achten deine potenziellen Kapitalgeber auch auf deine Qualifikationen zum Leiten deines Unternehmens. Willkommen sind Gründerteams, in denen jeder einzelne die benötigten Schlüsselqualifikationen mitbringt. Aber auch die persönlichen Fähigkeiten spielen bei der Entscheidung deiner Kapitalgeber eine Rolle, wie z. B. deine Vorkenntnisse, Stärken und Schwächen. Die Vorerfahrung wiegt hierbei schwerer als Zeugnisse.

Fazit

Ich hoffe, du hattest beim Lesen dieses Artikels Spaß und konntest etwas Neues dazulernen. Wenn du deinen Businessplan geschrieben hast, wirst du deinem Ziel einen großen Schritt nähergekommen sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gründung eines Geschäfts mit ziemlichem Aufwand verbunden sein kann. Bekannte von mir, die auch selbstständig geworden sind, und auch ich finden selbst nach der Gründung manchmal keine Zeit, um alltägliche Dinge zu erledigen und um ehrlich zu sein liebe ich auch dieses Gefühl, mich in der Arbeit zu vertiefen und meine Umgebung auf stumm zu schalten. Meine Zukunftsprognosen halten mich dabei motiviert und meine Leidenschaft konzentriert. Als Teenager hätte ich nie gedacht, dass ich meinen Platz in der modernen Arbeitswelt finde, aber das Leben hat mich eines Besseren belehrt.

Falls du Fragen hast, kontaktiere mich gerne und lass uns ein schönes Gespräch starten. Ansonsten danke ich dir für deine Zeit und wünsche dir noch einen schönen Start in die Selbstständigkeit. 🙂

Vorheriger Beitrag in der Serie:

Wie gründet man ein Unternehmen?
Portraitbild

Autor: Alisan Deveci

Gründer der Webagentur PD

Seit einigen Jahren im Bereich der Programmierung aktiv, beschäftigt sich der Autor dieses Artikels erfolgreich mit der Beratung von Einzelpersonen und Firmen hinsichtlich ihrer Internetpräsenz und ihres Auftritts im World Wide Web. Nebenbei schreibt er gerne Blogartikel über Web-Entwicklung relevante Themen und füttert seine Katze 🙂

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